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Die Musikabteilung der französischen Nationalbibliothek: ein Interview mit Sébastien Gaudelus, dem "Projektleiter für retrospektive Konvertierungen"

 

M. Sébastien Gaudelus
Projektleiter für retrospektive Konvertierungen

Welche Rolle spielt die Musikabteilung innerhalb der französischen Nationalbibliothek?

Sébastien Gaudelus: Die Musikabteilung ist eine der Abteilungen der französischen Nationalbibliothek und bewahrt als solche eine Sammlung der bedeutendsten Musikbestände auf, sowohl was ihren Umfang als auch ihre Vielfältigkeit und ihren Wert betrifft.

Diese musikalischen Bestände umfassen 2 Millionen Dokumente, worunter sich sowohl von Hand notierte als auch gedruckte Musik, Bücher, Zeitschriften, Schriftverkehr und Musiker-Archive befinden. Wir bewahren z. B. einige der ersten Musikdrucke aber auch Manuskripte von Mozart, Beethoven, Schubert, Bach, Debussy, Messiaen, etc auf. Jeden Tag kommen Forscher und Musiker aus der ganzen Welt, um diesen Bestand zu durchforschen.

Warum haben Sie dieses Konvertierungsprojekt gemeinsam mit Jouve gestartet?

Sébastien Gaudelus: Ein großer Teil der Referenzen zu den Dokumenten, die wir aufbewahren, ist nur über Karteikarten zugänglich, die im Laufe der Jahrzehnte erstellt wurden und in unserem Lesesaal eingesehen werden können. Das Ziel des Projekts ist die Erfassung aller Informationen, die auf diesen Karten enthalten sind, um sie in digitale Daten zu konvertieren, die letztendlich für den Hauptkatalog der französischen Nationalbibliothek, BN-Opale Plus verfügbar und abfragbar gemacht werden sollen.

Worin bestanden die Startschwierigkeiten und welches waren Ihre spezifischen Anforderungen?

Sébastien Gaudelus: Die Größe des Katalogs ist eine der Hauptschwierigkeiten, die es zu berücksichtigen galt: 900 000 Karteikarten, die in mehr als 600 Schubladen eingeordnet sind! Sein Alter und seine Geschichte stellen andere Schwierigkeiten dar, die sich in verschiedenen Schreibweisen, Darstellungen und Katalogisierungsarten äußern.

Über die tatsächliche oder scheinbare Heterogenität der zu erfassenden Informationen hinaus muss das Ergebnis einheitlich strukturiert werden, damit es für die  Personen verständlich ist, die entweder von ihrem Standort aus oder vor Ort eine Katalogabfrage für verschiedene Medien tätigen.

Bestimmte Dokumentbeschreibungen hingegen, die der Musikabteilung vorbehalten sind, müssen auch als solche aufbewahrt werden: genaue Angabe der Musikstücke, die in den Sammlungen vertreten sind, Durchsicht von Zeitschriften, etc.

Jouve konnte alle technischen Anforderungen Punkt für Punkt erfüllen, insbesondere was die Erfassung von nichtlateinischen Zeichen angeht (kyrillisch, griechisch, hebräisch, chinesisch, arabisch, japanisch).

Worin sehen Sie die Hauptvorteile dieser Zusammenarbeit?

Sébastien Gaudelus: Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Team der Musikabteilung und den technischen Teams von Jouve ermöglicht es, die Verarbeitung der Daten anzupassen und den Inhalt zu verbessern, und dies seit Beginn der ersten Phasen zur Erarbeitung der Leistungsanforderung. Das Endergebnis wird schließlich den Zugang zu einer umfangreichen bibliographischen Datenbank mit 600 000 Angaben ermöglichen, die mühelos eingesehen werden können.




	

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